TU Dortmund sichert sich Sieg beim 4. ChemCar-Wettbewerb
Das Team der TU Dortmund hat beim
4. ChemCar-Wettbewerb der kreativen jungen Verfahrensingenieure (kjVI) im VDI die
Siegesserie der TU Clausthal beendet. Ihr Fahrzeug legte die geforderte Strecke
von 11 m in zwei Durchgängen mit Abweichungen von nur 63 bzw. 20 cm am
exaktesten zurück und sicherte sich damit den Pokal und die Siegprämie von 2000
Euro vor dem „Autu“ der TU Berlin. Den dritten Platz belegte der sPRINTEr der
RWTH Aachen. Besondere Aufmerksamkeit fand der „Apokalyptische Schreiter“ des
Teams von der TH Karlsruhe, der als Geher konzipiert war und auf die Räder
verzichtete. Insgesamt waren 7 Teams
nach Mannheim gereist, um im Rahmen der ProcessNet-Jahrestagung ihre Fahrzeuge
gegeneinander antreten zu lassen. Erstmals war dabei durch die WUT Warschau auch
das nicht-deutschsprachige Ausland vertreten.
Nach den diesjährigen Regeländerungen
war die Herausforderung, ein Fahrzeug zu bauen, dass eine zuvor geloste Distanz
inklusive Ballast möglichst genau erreichen soll, noch größer: Elektromotoren waren
dieses Mal nicht erlaubt. Die meisten Teams setzten daher auf chemische Reaktionen,
bei denen CO2-Gas freigesetzt wurde. Der dadurch aufgebaute Druck wurde auf unterschiedliche
Weise für den mechanischen Antrieb genutzt: Während die Dortmunder Sieger auf
eine Tesla-Turbine setzten, betrieben die Berliner ihr Fahrzeug mit einem
klassischen Kolben-Hub-Motor. Welche Tücken die Konzeption und Konstruktion
eines neuartigen Fahrzeugs bietet, hatten mehrere Teams am eigenen Leib
erfahren: Ihre ChemCars waren bei Wettbewerbsbeginn nicht fahrtauglich. Der
Beifall und die Anerkennung des fachkundigen Publikums auf der größten deutschsprachigen
Konferenz zu Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen waren ihnen trotzdem
sicher.
Der ChemCar-Wettbewerb soll jungen Chemikern und Verfahrenstechnikern
nicht nur Spaß am praktischen wissenschaftlichen Arbeiten vermitteln und die
Team- und Projektarbeit an den Hochschulen fördern. Er bietet auch die
Gelegenheit, den „alten Hasen“ der Branche zu zeigen, welche frischen und
kreativen Ideen von der neuen Generation erdacht, geplant und umgesetzt werden.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den „Autoantrieb der Zukunft“ zu
erfinden, sondern darum, die
vielfältigen Möglichkeiten der Chemie und der Verfahrenstechnik intelligent für
einen Fahrzeugantrieb einzusetzen. In das Ergebnis fließen neben der Leistung
im praktischen Teil auch das Konzept und die Präsentation mit ein.
Folgende Teams nahmen am 4. ChemCar Wettbewerb teil:
sPRINTEr / RWTH Aachen, 3-facher Teilnehmer
AuTu / TU Berlin, 3-facher Teilnehmer
Grüne Welle / TU Clausthal, 4-facher Teilnehmer
TDI-Dortmund / TU Dortmund, 2-facher Teilnehmer
Der apokalyptische Schreiter / Universität Karlsruhe,
erste Teilnahme
Peroximinator / FH Köln, erste Teilnahme
Team Magdeburg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,
3-facher Teilnehmer
WUT Steam Car / TU Warschau, erste Teilnahme
Das Autorennen der etwas anderen
Art wurde 2006 von den kreativen jungen Verfahrensingenieuren (kjVI) mit
Unterstützung der VDI-GVC Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen
und der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. ins
Leben gerufen. Die Sponsoren BASF, Bayer Technologies Service, Evonik, Lonza
und Merck unterstützen diesen Wettbewerb und haben geholfen, ihn als festen
Bestandteil der ProcessNet-Jahrestagung als einen der Programmhöhepunkte zu
etablieren. Das Rennen fand im Rahmen des Studenten- und Doktorandenprogramms
während der ProcessNet-Jahrestagung 2009 vom 08. bis 09. September in Mannheim
statt.
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