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Press release ¤ Information de presse

22.10.2009

7 Fragen zur Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 21.10.2009

(Auszug aus der offenen Mail von Prof. H. Krug an das UBA)

1. Warum wird immer wieder nur auf die Wissenslücken verwiesen?
Gerade das UBA sollte als beteiligte Institution die Kenntnisse der Nanokommission des Bundes in der BRD verwerten und richtig darstellen.

2. Warum wird völlig aussen vor gelassen, dass es seit mehr als 8 Jahren Programme gibt, die sich mit den möglichen Folgen der Nanotechnologie beschäftigen?
a) Das 6. Rahmenprogramm der EU förderte mehr als 10 verschiedene Projekte (siehe http://cordis.europa.eu/nanotechnology/src/safety.htm ), z.B. NanoDERM, das eindeutig zeigen konnte, dass Titandioxid und Zinkoxid aus Sonnencremes nicht durch die Haut aufgenommen werden. Mittlerweile hat die renommierte Umweltorganisation (NGO) in den USA (die EWG, Environmental Working Group) ebenfalls bestätigt (und dazu mehr als 40 Studien ausgewertet), dass durch Nanopartikel in den Sonnen-schutzcremes nicht nur die Haut besser geschützt wird, sondern auch chemische Substanzen ersetzt werden konnten, die viele gesundheitliche und umweltrelevante Probleme verursacht haben (z.B. Hormonwirkung).
b) Das Förderprogramm der BRD (WING), das drei große Projekte gefördert hat (INOS, TRACER und NANOCARE). NanoCare, dessen Sprecher ich ja 2,5 Jahre gewesen bin, hat auf seiner Internetseite ( www.nanopartikel.info ) den Abschlussbericht und eine Broschüre veröffentlicht aus denen ersichtlich ist, dass für die 30 verschiedenen Materialien und Modifikationen, die getestet wurden, keinerlei gesundheitliche Bedenken bestehen. Die Wissensbank wird fortgesetzt und ist für die kommenden vier Jahre gefördert, um den Journalisten, Politikern aber auch dem "Mann von der Strasse" die Probleme oder besser die Daten zu den Nanomaterialien näher zu bringen.

3. Warum lassen Sie völlig außer Acht, dass das 7. Rahmenprogramm der EU wieder-um neue und größere Projekte fördert, die sich mit den Risiken der Nanotechnologie beschäftigen? NanoImpactNet, NanoMMUNE, NanoMedRoundTable, NanoHouse und viele mehr?

4. Warum gehen Sie nicht darauf ein, dass in Sachen Kennzeichnung die EU bereits eine neue Kosmetikverordnung erlassen hat, in der ab 1.1.2012 verlangt wird, dass Nanopartikel in Kosmetika auf der Packung ausgewiesen werden müssen (mit dem Zusatz "nano")?

5. Warum lassen Sie die Leser allein mit der Tatsache, dass es kein Wissen gibt, während wir alle es besser wissen und viele Daten schon vorhanden sind, die wir auf unserer Homepage des neuen Projektes DaNa (aus NanoCare stammend) zeigen und in den kommenden Jahren erweitern werden?

6. Warum schreiben Sie nicht, dass es zwei neue Förderprogramme der Bundesregierung gibt, die sich mit möglichen Auswirkungen auf die Umwelt (NanoNature) sowie auf die Gesundheit (NanoCare) beschäftigen? Dass es außerdem z.B. in der Schweiz einen Aktionsplan gibt, indem ebenfalls ein Förderprogramm (NFP64) aktuell umgesetzt wird, dass es ein Vorsorgeprogramm der Schweizer Ministerien gibt und vieles mehr?

7. Warum sprechen Sie nicht im Vorfeld mit den Fachleuten bzw. lassen diese die Infos, die Sie nach außen geben möchten, zumindest kurz Korrektur lesen, um solche Missstände im Vorfeld zu beseitigen, anstatt uns die Aufgabe aufzuerlegen, dies im Nachgang wieder gerade zu biegen?

Schade, wir haben mal wieder eine große Chance verpasst, darauf aufmerksam zu machen, dass wir mit der Nanotechnologie gerade nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt haben, sondern bereits während der Entwicklung der neuen Materialien und neuen Technologien gleichzeitig die Risikoforschung etabliert haben und das auf einem sehr hohen Niveau, einschließlich Bürgerforen und Verbraucherinformationsveranstaltungen. Wir haben sogar internationale Konsortien gebildet (IANH: http://www.nanoehsalliance.org/sections/Home ), die sich ausschließlich mit dem Abgleich von Methoden zur biologischen Forschung mit Bezug zu Nanopartikeln befasst und das zwischen USA, Europa und Japan.

Ich denke, wir sollten in Zukunft ehrlicher und umfassender berichten und aufklären, um ein erneutes technologisches Desaster zu vermeiden, für das es eigentlich keinen Grund gibt. Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei unseren bisherigen Geldgebern für all die Studien, die wir durchgeführt haben und die hier schon wieder in Vergessenheit gerieten, und ich werde nicht aufhören darüber zu berichten!

Mit dem Wunsch auf eine Berücksichtigung des einen oder anderen Gedanken verbleibe ich

Ihr

Harald Krug

 

Prof. Dr. Harald Krug ist Abteilungsleiter für Materials-Biology Interactions am EMPA in St. Gallen. Er ist Mitglied im Temporären Arbeitskreis Responsible Production and Use of Nanomaterials von ProcessNet und war unter anderem Sprecher des Projekts NanoCare, das im Sommer 2009 zuende gegangen ist.